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EdMont

Poetische Landschaften

Eine sanfte, hügelige Landschaft grenzt an den Horizont eines zartgefärbten, unbewegten Himmels, in weichen Grüntönen lagern Baumgruppen wie Mooskissen auf hellen Wiesen – zentral, schwarz, schattenlos steht ein entlaubter Baum im Vordergrund.

EdMont malt Landschaften von undramatischer Poesie, in seinen Bildern gibt es keine Menschen, kein Telegrafenmast, kein Steinbruch verletzt ihre unaufdringliche Ausgewogenheit. Dennoch sind es keine fantastischen Landschaften. Der Maler findet seine Motive im Weinviertel, im Waldviertel, in den Praterauen, auf einer griechischen Reise, das flüchtige Stenogramm der Skizzen verdichtet sich im Atelier zu Bildern ruhiger Schönheit. Die Titel sind unpoetische, knappe, topografische Hinweise – eine beabsichtigte Nüchternheit, um Traum und Zauber der Bilder überraschender wirken zu lassen?

Vom Handwerk her sind sie realistische Darstellungen, da und dort sind impressionistische Pinselführung und dem Jugendstil verbundene Ornamentik spürbar, verarbeitet zu altmeisterlich anmutender Harmonie. Der Bildaufbau vermeidet diagonale Spannungselemente, aus flachen, horizontal versetzten Bögen ergibt sich durch Auftrag differenzierter Lasuren Tiefe und Räumlichkeit. Die Bildmitte ist immer betont, sei es durch einen einzelnen großen Baum, der eindimensional, rein grafisch gelöst, statisch die Stimmung beherrscht.

Der Baum hat in EdMonts Bildern eine doppelte Wertigkeit. Er erscheint in den Hintergründen als Masse, als gesichtsloser Wald, durch die malerischen Mittel Raum und Ferne andeutend. Im Vordergrund steht der monumentale, einzelne, entlaubte Baum wie ein Individuum – wie ein Mensch? Aus dem massiven schwarzen Stamm wachsen immer zarter werdende Äste und Zweige in ornamentaler, zeichnerischer Anmut. Für den Künstler ist der Baum ein Symbol für Tod und Wiedergeburt – „der kahle Baum erscheint tot und lebt trotzdem" – formuliert er es selbst.

Die gleichzeitige Verwendung malerischer und grafischer Mittel schenkt EdMonts Landschaften die Musikalität unverhofft wechselnder Rhythmik und diskreter Dissonanz. Es ist nichts Erschreckendes oder Bedrohliches an ihnen, nur das Anklingen von zwei entgegengesetzt verlaufenden Melodien bewirkt ein subtiles Memento.

Das Werk dieses Malers ist nicht leicht einzuordnen, seine Bilder sind zwar gegenständlich, wirken aber doch verzaubert, sind in perfekter Manier gemalt und haben dennoch eine stille Emotionalität, die ihnen Leuchten und Vitalität verleiht. Nennen wir EdMont einen realistischen Poeten der Landschaftsmalerei

Inge Wechtl

 

 

Von Ernst Gombrich stammen die Worte "nun heißt es zwar, dass sich über den Geschmack nicht streiten lässt, aber man könnte auch sagen, dass es sich eigentlich nur über den Geschmack streiten lässt...., denn so scheint die Erfahrung doch zu lehren, dass der Gegensatz zwischen dem guten verfeinerten und dem schlechten naiven Geschmack nicht notwendigerweise so krass und unüberbrückbar ist, wie das die Kenner gerne darstellen wollen. Waren es doch gerade die größten Meister, die es vermochten, diese Gegensätze zu versöhnen, ohne die Kunst zu kompromittieren".

EdMont malt Landschaften gegen den Trend der Zeit, ganz ohne strategisch eingeplante Normverletzungen gegen alle Regeln, sie liefern also keine Skandale des Effekts wegen. Seine Landschaften sind menschbezogen, ohne jedoch den Menschen darin auftreten zu lassen. Landschaften voller Sehnsucht, denn seine Sehnsucht bedeutet Überwindung der Realität. Seine Bilder sind Chiffren seines innersten Seelenzustandes. Schilderungen ohne jegliches Pathos, klar und kristallin, losgelöst von jeglicher realen Vorlage, ohne künstlich konstruiert zu wirken. Sie sind in erster Linie die Wiederspiegelung des Wissens von unendlich langen Zeiträumen der Symbiose Natur und Mensch. Seine Bilder sind voll tiefem Empfinden, "ohne die Kunst zu kompromittieren" wie man nur zu oft gerne den noch naturalistischen Malern unterstellen möchte, weil sie Freude bereiten können. Verena Kast, Psychologin und Analytikerin an der Züricher Universität, meint, dass "der Mensch zwar durchaus Angstwesen sei, aber auch Freudwesen. Angst treibt den Menschen in die Vereinzelung, Freude aber ist die grundlegende Emotion für Verbundenheit und Solidarität".

Und gerade Freude hat unsere Zeit voll Chaotik so bitter nötig!

 

 

 

 

 

 

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Stand: 17. April 2008